Forchheim in Oberfranken – Sehenswürdigkeiten & Essens- & Insidertipps

ie Kleinstadt Forchheim liegt in Oberfranken und gilt auch als Tor zur fränkischen Schweiz. Umgeben von einer idyllischen Tallandschaft punktet die Stadt mit einer gut erhaltenen Fachwerkkulisse, dem jährlichen Annafest, einem der größten Bierfeste Deutschlands sowie dem „größten Biergarten Deutschlands“, dem Kellerwald. Und dann wäre da noch die fränkische Schweiz mit ihrer abwechslungsreichen Berg- und Hügellandschaft sowie Höhlen und Burgen, welche direkt vor der Haustür liegt.

Den Morgen mit einem frisch gerösteten Kaffee starten, durch Altstadtgässchen bummeln, auf eine Bierprobe mit Leckereien mitten im Wald einkehren und danach den Sonnenuntergang auf spektakulären Klippen genießen – so sah für uns ein typischer Tag in Forchheim aus.

Forchheim in Oberfranken - Rathausplatz

All meine Tipps für Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele sowie (vegetarische) kulinarische Highlights möchte ich euch in diesem Beitrag verraten.

Forchheim Sehenswürdigkeiten

Generell ist Forchheim sehr überschaubar. Besonders in der historischen Altstadt, liegen alle Sehenswürdigkeiten nah beieinander, so dass ihr bei einem Stadtbummel fast schon automatisch an allen kulturellen Highlights vorbeikommt. Es gibt aber noch ein paar Geheimtipps, die ihr kennen müsst, um sie nicht im Gewirr aus Hinterhöfen, schmalen Gassen und Pfaden zu verpassen.

Forchheim in Oberfranken - Rathausplatz

Das Rathaus von Forchheim

Der Rathausplatz von Forchheim zeichnet sich durch sein wunderschönes Fachwerk-Ensemble aus, das ihn zurecht zu einem der schönsten Plätze in Franken macht. Das spätgotische Rathaus mit seiner Fachwerkfassade muss zwar mittlerweile durch zusätzliche Pfosten gestützt werden, das tut dem Gesamtbild aber keinen Abbruch. Noch besser gefällt mir die Fassade des angrenzenden Frechshaus, die mit bunten Geranien geschmückt ist. Davor steht der kunstvoll verzierte Kriegerbrunnen. Nicht nur der spendet an heißen Sommertagen eine willkommene Abkühlung. Auch führt fast durch die gesamte Altstadt ein kleines Kanälchen, das perfekt ist um die (menschlichen und tierischen) Füße zu erfrischen.

Forchheim in Oberfranken - Rathaus
Forchheim in Oberfranken - Kriegerbrunnen

Kaiserpfalz

Die Kaiserpfalz befindet sich ebenfalls im Zentrum der historischen Altstadt. Das ehemaliges Bischofsschloss wurde 1380 erbaut und beherbergt heute nicht nur die Touristinformation, sondern auch ganze vier Museen: das Pfalzmuseum, das Archäologiemuseum Oberfranken, das Stadtmuseum sowie das Trachtenmuseum. Hier starten übrigens auch die Stadtführungen.

Befestigungsanlage von Forchheim

Mein persönliches Highlight ist neben der Fachwerkkulisse auf jeden Fall die alte Befestigungsanlage. Nicht nur wurde der ehemalige Wassergraben rund um die Stadtmauer in eine herrliche Parkanlage verwandelt in der man  wunderbar picknicken und die Sonne genießen kann. Auch kann man auf Teilen der alten Stadtmauer sogar spazieren gehen. Da viele dieser versteckten Orte alleine kaum zu finden sind, oder auf eigene Faust gar nicht besucht werden können, empfehle ich euch die Stadtführung „Forchheim uneinnehmbar“. Ich bin ja sonst nicht der größte Fan von Stadtführungen, aber diese hier war wirklich kurzweilig, spannend und einzigartig und ein bisschen mit den Touren der Berliner Unterwelten zu vergleichen.

Forchheim in Oberfranken - Park an der Stadtmauer
Forchheim in Oberfranken - Spaziergang an der Stadtmauer
Forchheim in Oberfranken - Eingang zur Befestigungsanlage
Forchheim in Oberfranken - Im Inneren der Befestigungsanlage
Forchheim in Oberfranken - Kanäle als Teil der Befestigungsanlage

Klein Venedig

Ich habe es schon ein wenig angedeutet: Die Altstadt von Forchheim wird durch zahlreiche Kanäle durchzogen. Die schönsten Teile des sogenannten „Klein Venedig“ findest du bei der Kammerers Mühle (auch: „Schiefes Haus“) sowie gegenüber des Restaurants „Altes Zollhaus“. Leider wird an vielen Stellen der malerische Blick durch modern(isiert)e Häuser und stählerne Brücken getrübt.

Forchheim in Oberfranken - Klein Venedig
Forchheim in Oberfranken - Klein Venedig / Schiefes Haus
Forchheim in Oberfranken - Klein Venedig / Sonnenuntergang

(Vegetarisch) Essen in Forchheim

In Franken wird der Genuss großgeschrieben. Und das gilt auch für Forchheim. Auch wenn die typisch fränkische Küche eher fleischlastig ist, kommt ihr auch als Vegetarier in Forchheim auf eure Kosten. Folgende Tipps habe ich für euren Besuch auf Lager:

Kaffee-Rösterei Bogatz

Den besten Kaffee der Stadt gibt es in der Kaffee-Rösterei Bogatz. Aber nicht nur das: In der Holzstraße 10 mitten im Zentrum von Forchheim bekommt ihr auch leckeres Frühstück, Smoothies und ein paar süße und herzhafte Leckereien. Wer mag kann an einem Röstseminar vom Chef des Hauses teilnehmen und alles über die Geschichte und Technik des Kaffeeröstens erfahren.

Forchheim in Oberfranken - Kaffee-Rösterei Bogatz
Forchheim in Oberfranken - Frühstück in der Kaffee-Rösterei Bogatz

Himmel & Erde – Töpferei & Café in Forchheim

Das schönste und einzigartigste Café in Forchheim ist das Himmel & Erde Töpfereicafé. Während die Besitzerin Angelika im Inneren ihre selbstgemachten Kreamiken und schönen Schnickschnack verkauft, kannst du im idyllischen Hinterhof in der Hängematte baumeln und selbstgemachte Kuchen sowie frischen Kaffee genießen. Mein absoluter Geheimtipp in Forchheim!

Forchheim in Oberfranken - Himmel & Erde - Töpferei & Café
Forchheim in Oberfranken - Himmel & Erde - Töpferei & Café
Forchheim in Oberfranken - Himmel & Erde - Töpferei & Café

Feinkost Karnbaum in Forchheim

Das familiengeführte Feinkostgeschäft in der Hornschuch-Allee ist nicht nur etwas für Fischesser. Denn im angrenzenden Laden gibt es italienische Antipasti, leckeren italienischen und französischen Käse sowie eine große Weinauswahl – zum mitnehmen oder gleich verzehren an kleinen Tischen im Freien. Dolce Vita à la Forchheim!

Forchheim in Oberfranken - Feinkost Karnbaum
Forchheim in Oberfranken - Feinkost Karnbaum

Bäckerei Nagel

Zugegeben, das Gebäude der Bäckerei Nagel zählt nicht zu den schönsten auf dem Rathausplatz. Aber ein Besuch lohnt sich trotzdem – alleine schon um die Spezialität des Hauses, die sogenannte Bierbrezel zu probieren. Am besten packt ihr euch die für euren Bierbrauerei-Besuch ein, denn dort darf man – damals wie heute – auch mitgebrachte Speisen verzehren. Natürlich auch lecker für ein Picknick im Park!

Forchheim in Oberfranken - Bäckerei Nagel
Forchheim in Oberfranken - Bierbrezel von der Bäckerei Nagel

Brauerei Neder – ein Original in Forchheim

Die älteste Bierbrauerei und ein echtes Original ist die Brauerei Neder – ebenfalls am Rathausplatz. An jedem Tag im Jahr gibt es dort das hausgemachte Bier für 2,30 den halben Liter. Die urige Atmosphäre und einen netten Plausch mit Personal und Einheimischen gibts oben drauf!

Forchheim in Oberfranken - Brauerei Neder

Arizona Bar & Restaurant

Wer es lieber moderner mag und auf (Veggie-)Burger, leckere Bowls und riesige Cocktails steht, der ist im Arizona gut aufgehoben. Hier sitzt ihr gemütlich mitten auf dem Rathausplatz und zwar auch an Montagen, an denen sonst fast alle Restaurants geschlossen haben. Ich spreche da aus eigener Erfahrung!

Forchheim in Oberfranken - Arizona Bar & Restaurant
Forchheim in Oberfranken - Aperol am Rathausplatz
Forchheim in Oberfranken - Arizona Bar & Restaurant

Schindler-Keller im Kellerwald in Forchheim

Das ungeschlagene kulinarische Highlight in Forchheim ist aber ein Besuch des Kellerwalds, dem mit 23 Bierkellern auf einer Fläche von 20.000 m² größten Biergarten der Welt. Hier kann ich euch besonders den Schindler-Keller ans Herz legen. Neben frisch-gebrauten hellen und dunklen Bierspezialiäten kann ich Vegetariern nur die üppige Käseplatte mit Obazda sowie verschiedenen Hart- und Weichkäsen empfehlen. Dazu gibt es frisches Brot.

Forchheim in Oberfranken - Kellerwald
Forchheim in Oberfranken - Kellerwald

Weitere Essenstipps in Forchheim

Übernachten in Forchheim

Brandneu und stylisch wohnt ihr im Hotel Arivo gegenüber vom Bahnhof in Forchheim. Wer sich nicht von dem grauen Betonbau abschrecken lässt, findet im Inneren ein schickes und gemütliches Hotel mit modernen Zimmern, einer schönen Lobby sowie einem empfehlenswerten Restaurant, dem Gutlands, vor. Sogar Hunde sind in den Appartements, die alle mit einer Küchenzeile ausgestattet sind, erlaubt. Auch wenn es also prinzipiell möglich ist, sich komplett selbst zu verpflegen – das umfangreiche Frühstücksbuffet solltet ihr euch trotzdem nicht entgehen lassen. Einzig die Lage direkt gegenüber des Bahnhofes hat mir persönlich nicht so gefallen. Zwar mag das für Berufsreisende praktisch sein, mich hat aber der Bahnhofslärm (hört man nur bei offenem Fenster) sowie die große Straße direkt vor der Tür etwas gestört. Dennoch würde ich das Hotel mangels Alternativen und alleine schon wegen des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses ab circa 80 Euro pro Zimmer definitiv weiterempfehlen.

Forchheim in Oberfranken - Hotel Arivo / Gutland
Forchheim in Oberfranken - Hotel Arivo / Gutland
Forchheim in Oberfranken - Hotel Arivo / Gutland

Ausflugsziele rund um Forchheim

Kellerwald in Forchheim

Schon bei den kulinarischen Tipps habe ich den Kellerwald empfohlen. Allerdings kann man dort viel mehr machen als nur gut essen, Bier trinken und durch den Wald spazieren. Denn unterhalb des idyllischen Waldstücks vor den Toren von Forchheim befindet sich ein unterirdisches Labyrinth aus kilometerlangen Gängen, die einst zur Lagerung und Reifung des Bieres genutzt wurden.

Teile davon könnt ihr während einer Bierkeller-Führung besuchen. Dabei erfahrt ihr auch, warum man in Franken nicht „in den Keller“, sondern „auf den Keller“ geht. Das kommt daher, dass man früher das Bier am besten gleich am Ort verzehrte, wo es gelagert wurde. Und so wurden AUF den Kellern Tische und Bänke aufgestellt die mit der Zeit zu Schankbetrieben wurden. An die Führung schließt sich eine Bierprobe mit an, während der ihr die lokalen Biersorten probieren könnt. Die Führung findet von April bis einschließlich Oktober (außer Juli), jeden letzten Sonntag im Monat um 16 Uhr statt.

Forchheim in Oberfranken - Kellerwald
Forchheim in Oberfranken - Kellerwald
Forchheim in Oberfranken - Kellerwald
Forchheim in Oberfranken - Kellerwald

Warum nicht im Juli? Da findet im Kellerwald das Annafest statt, das zu den größten Bierfesten Deutschlands zählt. Dieses Jahr findet das Volksfest mit Livemusik, Fahrgeschäften und natürlich jeder Menge Bier vom 26. Juli bis zum 5. August (2019) statt. Wer also aus der Nähe von Fochheim kommt, sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen. Alle anderen merken sich am besten bereits den 24.07. – 03.08.2020 vor, denn die Gästezimmer in Forchheim sind zur Zeit des Annafestes in der Regel bereits im Februar ausgebucht.

Örtelberg Weiher bei Forchheim

Wer mag kann den Besuch des Kellerwaldes auch mit einer kleinen Wanderung zu den Örtelberg Weihern verbinden. Die kurze, knapp fünf Kilometer lange Familienwanderung führt durch Wald- und Feldlandschaften zu den für die Fischzucht genutzen Weiher zwischen Forchheim und Bammersdorf. Hier findet ihr eine detaillierte Beschreibung inklusive Karte. Alternativ könnt ihr auch an einem kleinen Picknickplatz an der Straße parken und von dort aus direkt zu den Weihern spazieren.

Forchheim in Oberfranken - Örtelberg Weiher
Forchheim in Oberfranken - Örtelberg Weiher

Walberla & Rodenstein in der Umgebung von Forchheim

Nur rund 15 Fahrminuten von Forchheim entfernt seid ihr bereits mitten in der fränkischen Schweiz und zwar genauer gesagt bei den beiden Felsenbergen Walberla und Rodenstein. Das Walberla (auch: Ehrenbürg) ist ein Tafelberg auf dessen Kuppe sich eine kleine Walpurgiskapelle befindet. Diese ist jedoch gerade eingerüstet. Dennoch ist eine Wanderung alleine schon wegen der Fernsicht bis nach Bamberg und Erlangen lohnenswert.

Forchheim in Oberfranken - Walberla & Rodenstein
Forchheim in Oberfranken - Walberla & Rodenstein
Forchheim in Oberfranken - Walberla & Rodenstein
Forchheim in Oberfranken - Walberla & Rodenstein
Forchheim in Oberfranken - Walberla & Rodenstein

Wer auf dem Wanderparkplatz Schlaifhausen parkt, ist innerhalb von zehn bis 15 Minuten bereits auf dem Gipfel. Ein Abstecher zum Rodenstein dauert ebenfalls noch einmal zehn bis 20 Minuten. Am schönsten ist ein Besuch zum Sonnenuntergang, der hier oben besonders magisch ist. Wer lieber länger wandert, kann die 8,5 Kilometer lange Walberla Rundtour wandern, für die ihr rund zwei bis drei Stunden einplanen müsst.

Forchheim in Oberfranken - Walberla & Rodenstein

2 Wochen Thailand – wohin als Backpacker? Route für magische Momente

1. Bangkok zum Ankommen (1 Nacht + 1 Nachtfahrt)

Sehr zu empfehlen: Eine Fahrt auf dem Chao-Phraya-Fluss

Ich find es immer schön, nach einem langen Flug erst einmal in Bangkok anzukommen und mich mitten ins thailändische Leben zu stürzen. Und damit meine ich in erster Linie nicht die City mit ihren großen, bedeutenden Sehenswürdigkeiten, die in der Millionenmetropole locken, sondern wirklich den typischen Alltag:

Dort, wo sich Märkte und Garküchen aneinanderreihen und man sich mit Händen und Füßen verständigen muss, weil niemand Englisch spricht – und ich kein Thai verstehe. Dort wo früh morgens, wenn die „Kühle“ des Morgens noch durch die Straßen weht, Mönche am Rand entlanggehen, um ihre Spenden zu sammeln. Wo jeder einen freundlich anlächelt. Wo das Essen so gut (und günstig) ist, dass ich allein dafür Bangkok schon liebe.

Unterkunft in Bangkok:

Mein Lieblingshotel – das einzige richtige Hotel, das ich je in Thailand gebucht habe – ist das Uma Residence*: Gelegen im quirligen Viertel Dusit, nah am Fluss Chao Praya (toll für eine Bootstour in die City) und doch so weit ab vom Schuss, dass man hier so richtig ankommt. In Thailand.

Es gibt einen kleinen Pool, entspannende Lounge-Musik und große Betten. Nichts perfektes, kein Luxus, aber trotzdem mein absoluter Wohlfühlort.

Kosten: Häufig haben wir einen Sonderpreis von 20-30 Euro für das Doppelzimmer erwischt. Letztes Mal sollte das Zimmer allerdings 50 Euro kosten. Das haben wir nicht gebucht. Meines Erachtens stimmt da das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr.

Neben dem AirBnB von Wuttiphon* in einem anderen Teil von Bangkok, auch einem Vorort, auch mit ultraguten Garküchen ums Eck. Meist besuche ich beide Unterkünfte auf meiner Reise: Das Uma zu Beginn und das Homestay von Wutti zum Abschluss. <3 Kosten: ca. 20 Euro pro Nacht für das schöne Doppelzimmer mit eigenem Bad bei Wutti zuhause.

Wieder in Bangkok, wieder im Lieblingshotel in Thailands Hauptstadt
Die Umgebung von unserem Lieblingshotel in Bangkok Thailand

Achso, und natürlich bleibt bei 1 Nacht in Bangkok und der anschließenden Nachtfahrt ein Tag, um Tempel zu erkunden, auf dem Fluss zu schippern und vielleicht den Chatuchak Weekend Market zu besuchen. Mehr Tipps hier: Bangkok in 2 Tagen

Bangkok in 2 Tagen

Weiterreise von Bangkok in den Norden mit dem Nachtzug:

Nachtzug am Hauptbahnhof Hua Lampong nach Chiang Mai nehmen. Der Zug muss unbedingt vorgebucht werden – am besten schon Wochen im Voraus. Wir buchen Züge immer online über den Anbieter 12GoAsia*. Die Ticktes holt man dann einfach eine Stunde vor Abfahrt im Büro der Agentur ab, gegenüber vom Bahnhof (genauer Standort wird dir mitgeteilt).

2. Up to the north – oder in ein anderes Universum namens Chiang Dao (2 Nächte + 1 Nachtfahrt)

Chiang Dao in Thailand: Ausblick vom Wat Tham Pha Phlong

Am Bahnhof in Chiang Mai kannst du dir ein Taxi zum Busbahnhof „Chang Puak Bus Station“ und von dort den lokalen Bus nach Chiang Dao nehmen. Die lokale Busse fahren halbstündlich, einfach Ticket im Bus kaufen. Kosten: 40 Baht. Dauer: ca. 1,5 Stunden.

Warum gleich weiterfahren?

Für mich war Chiang Dao der magischste Ort, den ich im Norden Thailands besucht habe. Ein größeres Dorf in den Bergen gelegen, weitab von jeglicher Unruhe, umgeben von Feldern und Wiesen und Klöstern und Dschungel.

Chiang Mai ist auch schön, ja, aber es ist eine Stadt. Wer nach den Tagen in Bangkok nach Natur lechzt, sollte gleich weiterreisen – und einen Tag in Chiang Mai auf der Rückreise einschieben. Für mich die klare Antwort auf die Frage „2 Wochen Thailand wohin?“.

In Chiang Dao heißt es dann: erstmal ankommen, entspannen, Bergwelt genießen. Und vielleicht am Abend in die heiße Quellen schlüpfen? Am nächsten geht´s dann mit dem Roller auf Erkundungstour: vorbei an malerischen Bergen, zu Tempeln und Klöstern und die eine oder andere Nudelsuppe am Imbiss um die Ecke? Alle Tipps findest du hier in meinem ausführlichen Reisebericht über Chiang Dao.

Mönch auf dem Weg zum Tempel
Buddhismus spüren in Chiang Dao im Norden von Thailand

Meine allerliebste Unterkunft in Chiang Dao

Die Chiang Dao Roundhouse* – sehr einfache Steinhäuser mit offenem Bad in einem großen Garten mit Blick auf die Berge. Gerade dieses Airbnb hat meinen Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem gemacht, auch wenn ich vor Aufregung sehr wenig geschlafen habe. Preis: ca. 35 Euro für das Bungalow inkl. Frühstück.

Chiang Dao - Ausblicke wie im Abenteuermärchen
Der Garten von Chiang Dao Roundhouses in Thailand

Preiswerte Alternative (allerdings nicht selbst ausprobiert, würd ich aber definitiv): Doo-Dao-Doi Farm & Stay* ab 16 Euro pro Nacht für das Bungalow (Doppelzimmer).

Weitere tolle Unterkünfte gibt es bei Booking.com*

Bodø blickt nach vorn

Im Winter kann der Wind so heftig durch die Stadt fegen, dass sich manche an einem Laternenpfahl festhalten, um nicht fortgeweht zu werden. Bodø (sprich: buda) liegt exponiert auf einer Halbinsel an der Westküste Norwegens. Viele kennen es als Station auf der Postschiffroute und als Tor zu den Lofoten und Vesterålen.

Auch wenn die alte Stadt größtenteils im Krieg zerstört wurde, auch wenn die pittoresken Fischerhütten fehlen: Es lohnt es sich, einfach mal in Bodø zu bleiben. Die neue City zählt gut 51.000 Einwohner und wächst rasant. Auch in den Himmel: Überall in der Stadt wird gebaut, allein fünf neue Hotels entstehen. Warum die meisten davon in der ohnehin schon windreichen Gegend als Hochhäuser gebaut werden, die zusätzliche Fallwinde erzeugen, ist mir allerdings ein Rätsel.

Hafen, Bodø
Stadt am Wasser

Mein Favorit unter den Newcomern ist jedenfalls rund und niedrig: „Svart“ aus der Feder des norwegischen Architekturbüros Snøhetta. Eine kreisrunde Hotelstruktur auf der Insel Meløy, die vom Land ins Wasser ragt und als Plus-Energie-Haus konzipiert ist. Hier wird ein nachhaltiges, sich in der Natur zurücknehmendes und gleichzeitig spektakuläres Gebäude geschaffen. Genau das bedeutet für mich Architektur der Zukunft. Snøhetta sind mir schon mit der Oper in Oslo angenehm aufgefallen.

Stormen

Aber die neue Ära von Bodø hat längst begonnen. 2014 stellten die britischen Architekten DRDH das kulturelle Herz der Stadt fertig. Bibliotheken sind wieder in, zumindest in Nordeuropa werden sie als urbane Wohnzimmer neu definiert. Gute Beispiele dafür bilden DOKK1 im dänischen Aarhus sowie Oodi in Helsinki. In Bodø haben die Einwohner den neuen Komplex aus Bibliothek und Konzerthaus „Stormen“ getauft. Das Bücherei-Gebäude liegt direkt am Hafen, dem es sich mit Glasfassade und einem Vorgang aus Pfeilern wie eine Ziehharmonika öffnet. Wer drinnen sitzt, ist gleichzeitig im Hafen.

Stormen architecture (DRDH), Bodø
Die neue Bibliothek von DRDH

Der ungleiche Zwilling dahinter widmet sich der Musik und beherbergt mehrere Konzertsäle für diverse Anlässe. Egal ob Jazz-Kneipe, Tango-Abend oder ein philharmonisches Konzert im Hauptsaal. Letzterer kann 900 Zuschauer fassen und ist mit beweglichen Eichenholzpaneelen ausgestattet, die je nach Art der Musik diese akustisch herausarbeiten können. In der oberen Bar erfreuen sich die freien Lunchkonzerte jeden Freitag großer Beliebheit.

Streetart

Anlässlich der 200-Jahr-Feier in 2016 und des ersten „UpNorth“ Festivals hinterließen Künstler wie Dzia, Phlegm, Millo und SinnSykShit ihre Werke an den Wänden der Stadt. Man kann die großformatigen Kunstwerke zufällig entdecken oder gezielt mit einem Stadtplan auf dem Rundgang durch Bodø. Da landet nah am Hafen ein überdimensionierter „Golden Eagle“ auf gelbem Hintergund. Der Belgier Dzia ist nicht nur in seiner Heimatstadt Antwerpen bekannt für seine Tierbilder.

Streetart von Phlegm, Bodø
Der Troll von Phlegm

Gleich gegenüber meines Hotels auf der Sjøgata kriecht ein Wesen aus der Wand, erschaffen vom Briten Phlegm. Eine Art Bergtroll, halb Landschaft, halb knieendes Wesen mit Blättergirlanden als Haar. Zu den neueren Werken zählt der Schmetterling von Martin Whatson. Die typische Farbigkeit im Œuvre des Norwegers ist mir bereits in Stavanger aufgefallen, wo er diverse Werke im Rahmen des NuArt-Festivals hinterlassen hat.

Saltstraumen

Der vermutlich stärkste Gezeitenstrom der Welt. Alle sechs Stunden marschieren über 370 Millionen Kubikmeter Meerwasser durch einen 150 Meter breiten Kanal, wodurch tiefe Strudel entstehen. Man erlebt den Saltstraumen am besten gut eingepackt bei einer Tour mit einem RIB, Rigid Inflatable Boat. Ich habe die Fahrt vor Jahren im Sommer gemacht, doch die Kollegen fanden es auch im Winter nicht zu kalt oder unangenehm.

Saltfjord, Bodø
Gut eingepackt.

Im bewegten Saltfjord tritt der Kapitän tüchtig aufs Gas, 35 Knoten sind kein Scherz, schließlich fährt man ja Powerboot. Doch das Ziel ist längst nicht nur das sprudelnde Wasser des Saltstraumen. Unterwegs sind neben den bizarren Felsformationen im Schärengebiet auch Papageientaucher, Seeadler und Eiderenten zu bewundern. Lest hier den kompletten Bericht über die Tour zum Saltstraumen.

Pier

Bodø entstand als Ort der Fischer und wurde mit dem Hering groß, der einst in großen Schwärmen die Küste entlangzog. Heute stehen Winterkabeljau, Dorsch, Heilbutt, Makrele und Lachs hoch im Kurs. Und so bilden das maritime Leben und die Fischerei einen wichtigen wirtschaftlichen Bestandteil der Stadt am Meer.

Hafen, Bodø
Mit dem Schnellboot zu den Inseln.

Am besten lässt man sich am Pier den Wind um die Nase wehen, das Klatschen des Meeres als Soundtrack zum arktischen Film. Und immer im Blick: die Schneeberge der Insel Landegode. Genau hier erfährt man die Schönheit dieses Ortes. Vom nördlichen Pier verkehrt Hurtigruten in beide Richtungen, in der Mitte legen die Fischerboote sowie die Linienboote für Fahrten zu den umliegenden Inseln an, im Süden befindet sich der Yachthafen.

Polarlichter

Generell stehen die Chancen in und um Bodø sehr gut, Anbieter wie Polar Tours kennen die besten Plätze für die Jagd nach der Aurora. So treffen wir uns eine Stunde nach dem Abendessen und fahren zum Rønvikfjellet. Uns gegenüber Landegode, weiß leuchten ihre Gipfel in der ansonsten wolkenverhangenen Nacht. Vor uns das Meer.

Der Guide teilt Spikes aus, die wir unter die Schuhe schnallen können, denn unser Weg führt über eisige Flächen. Am Ziel warten zwei transparente, beheizte Iglu-Domes, in denen schon eine weitere Gruppe Platz genommen hat – bereit für das Spektakel am Himmel. Wir testen die spezielle Akustik in der Mitte des Zeltes und werfen immer wieder einen Blick gen Himmel.

Berge, Landegode
Landegode by day.

Plötzlich erschallen Freudenrufe im Freien. Am Himmel keinerlei Veränderung, will man uns verschaukeln? Das Nordlicht-Glück ist uns nicht hold. Irgendwann geben wir auf, ziehen mit unseren Spikes durch die Nacht. Und entdecken Spuren von Elchen im Schnee.

Outdoor

Auch im Winter zieht es die Nordnorweger gerne und oft nach draußen. Ein strammer Spaziergang mit Spikes nach der Arbeit, Skilaufen auf dem Hausberg oder eine Schneeschuhwanderung. Und später ab in die kuschelige Bibliothek zum Aufwärmen. „Spikes ausziehen“ steht dort in großen Lettern am Eingang.

Stormen Bibliothek, Bodø
Spikes bitte ausziehen!

An den Wochenenden lockt das Hinterland für Tagesausflüge, zum Beispiel im schneereichen Valnesfjord mit seinen tollen Strecken für Skilangläufer und seinem originellen Fortbewegungsmittel im Winter, dem Tretschlitten. Oder in das verschneite, schön gelegene Sulitjelma mit seiner Streetart auf dem Gelände der verlassenen Mine. Eine Tour mit dem Hundeschlitten? Wird zum Beispiel in Jakobsbakken angeboten, das zu Sulitjelma gehört und zehn Kilometer entfernt liegt. Langläufer werden natürlich auch hier glücklich.

Indoor

Mittags essen die Norweger meist ein Butterbrot, und so mache ich es auch – egal, ob zu Hause oder unterwegs. In Bodø habe ich das Café „Melkebaren“ (Storgata 16) entdeckt und mir eine Focaccia angrillen lassen. Unter Einheimischen gespeist und hinter dem Fenster die nächste Wetterfront heraufziehen sehen. Viele sagen, im „Melkebaren“ gibt es den besten Kaffee der Stadt. Ich habe ihn leider nicht probiert, auch nicht das Eis. Aber wenn ich mal mehr Zeit in Bodø verbringen würde, könnte sich das „Melkebaren“ zu meiner ersten Anlaufstelle für Frühstück oder Lunch entwickeln.

Auch ein Tipp: das Café der Bibliothek.

Für die Abende kann ich mit zwei Tipps aufwarten. Als da wäre das gemütliche Restaurant „Lyst På“ (Torghallen) mit seinem Fokus auf lokalen Genüssen und einer eigenen Interpretation nordnorwegischer Küche, die auf dem Boden bleibt. Mit einem Schwerpunkt auf kurzgereisten Zutaten, Fisch vom Vestfjord, Stockfisch aus Værøy, Muscheln aus Trøndelag.

Ebenfalls beliebt unter Einheimischen ist das „Hundholmen“ (Tollbugata 13), das gleichzeitig Restaurant und Mikro-Brauerei ist. Wieder liegt der Schwerpunkt in der Küche auf lokalen Produkten, doch neben traditionellen Gerichten aus Norwegen bieten sie auch internationale Kost. Ich habe hier nach einem vegetarischen Gericht verlangt, und die Küche hat mir den kunstvollsten und leckersten Gemüseberg gezaubert, hausgemachte Gnocchi inklusive.

Stockfisch mit Erbsenpüree im Lyst På
Stockfisch mit Erbsenpüree im Lyst På.

P.S.: Ich könnte zu einem großen Fan von Erbsenpüree werden.

Text und Fotos: Elke Weiler

Meine Bergen-Bodø-Reise wurde ermöglicht von Visit Norway, FjordnorwayVisit BergenNorthern NorwayVisit Bodø und nicht zuletzt von Widerøe, einer Airline aus Bodø, die von Hamburg und München nach Bergen fliegt.

Beauglyful: Streetart von Atle Østrem
Beauglyful von Atle Østrem

Zukunftsmusik

Der Flughafen von Bodø soll in Zukunft nicht mehr militärisch genutzt werden, wodurch auch Teile des umliegenden Geländes verfügbar werden. Gemeinsam mit dem neu gebauten Airport soll hier eine Smart City entstehen, die auf Null-Emissionen setzt. Etwa 25.000 Einwohner können im neuen Stadtteil wohnen, fahrerlose Wagen für Anschlüsse zu den öffentlichen Verkehrsmitteln sorgen.

Übrigens ist Bodø nicht nur mit Schiff, Flugzeug oder Auto, sondern als nördlichste Station des „Polar Express“ auch per Bahn erreichbar.

Bibliothek "Stormen", Bodø

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